Erzähl mir deine Geschichte

Erzähl mir deine Geschichte: Wie Gott mich in die Freiheit führte

Mein Leben lief rund. Familie, Beruf oder Gemeinde gaben keinen ersichtlichen Anlass unzufrieden zu sein. Und doch fühlte ich mich irgendwann mit 46 Jahren im Hamsterrad.

Ich wollte raus, wusste aber nicht wie oder wohin. „Wir müssen bereit werden, uns von Gott unterbrechen zu lassen“ hat Dietrich Bonhoeffer gesagt.

Am 3. Juni 2013 wurde ich unsanft unterbrochen und aus dem Rad geschleudert. Diagnose: Brustkrebs. Plötzlich drehte sich alles um dieses Wort. Es folgte eine brusterhaltende Operation mit anschließender Chemotherapie und Bestrahlung.

In dieser Zeit habe ich Gottes Nähe mehr denn je erlebt.

Im Frühjahr 2014 fand in unserer Gemeinde der Stufen-des-Lebens-Kurs „Der Segen bleibt“ statt. Es ging um Jakob, und in einer Einheit kam mein Konfirmationsspruch vor: „Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst.“ 1. Mose 28,15 . Dieser Vers hatte mich in meinem Leben treulich begleitet und erhielt nun eine ganz neue Bedeutung. Denn der Vers geht noch weiter: „…und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“

Gott hat mich nicht verlassen, und ich fühlte mich in dieser Zeit nie von Gott verlassen. Er gab mir immer wieder genügend Kraft und hat mich in mein Land zurückgebracht. Wie bei Jonas wurde es plötzlich Dunkeln um mich, doch ich hatte die Zusage, dass ich wieder an Land „gespuckt“ werde.

Neues Land lag vor mir und als ich gefragt wurde, ob ich an einer Kursleiterschulung für Stufen des Lebens teilnehmen möchte, damit die Kurse weiter in unserer Gemeinde durchgeführt werden können, war mir klar: Da will Gott mich gebrauchen.

Und so fand im Herbst 2014 der Kurs „Ob Vertrauen sich lohnt?“ statt, dann im Frühjahr 2015 „Quellen, aus denen Leben fließt“ und im Herbst 2015 „Erzähl mir deine Geschichte“.

Ja, Vertrauen lohnt sich, ich bin wieder auf meine Quelle gestoßen und erzähle nun meine Geschichte: Gott hat mich durch die bedrohlichen Wasserwogen beschützend durchgeführt; was mich am Leben gehindert hat ist untergegangen. Ich bin frei. Das rote Tuch der Liebe Gottes begleitet mich. – Gott spricht: „Ich gehe mit dir mit.“

G.W.