Danken und loben

“Die Ferien sind ein Geschenk, lasse sie froh verbringen….”, so sang ich früher mit meinen Schülern – schrieb Waltraud Mäschle in ein Reliphon-Büchle. Lassen wir sie weiter erzählen:

Heute Morgen, nachdem die Ferien bald vorbei sind, kam mir dieses Lied in den Sinn. Warum wohl ist dieses Lied in mir? Vielleicht, weil mein Herz mich daran erinnern will, DANKE zu sagen. Danke dafür, dass die Ferien wirklich froh und ohne Leid verbracht werden konnten. Wie schnell sind wir dabei zu bitten, aber vergessen den Dank –  für die freien Stunden, die freien Tage oder die freien Wochen. Wir vergessen Gott zu loben für diesen Sommer, die wunderbaren Augenblicke, die Bewahrung und den Schutz. Gott zu loben für das Grün und die Ernte. Gott zu loben für sein Versprechen, dass er auch dann da ist, wenn wir meinen, keinen Grund haben zu loben.

In Apostelgeschichte 16 wird uns erzählt, dass Paulus und Silas im Gefängnis waren. Ihre Füße waren gebunden. Hoffnungslos – dunkel – Nacht! Ich stelle mir diese zwei Gefangenen vor, zunächst stumm und voller Angst, und vielleicht fängt Paulus an, einen Psalm zu beten.

Lobe den Herrn, meine Seele und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Möglicherweise sagt Silas dann: “Aber Paulus, das geht doch nicht. Du kannst unmöglich in dieser Lage loben! Schau dir mal meine Füße an, diese Schmerzen! Vielleicht hat Paulus gar nicht darauf gehört, sondern einfach weiter gebetet: Der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen. Der dein Leben vom Verderben erlöst und dich mit Gnade und Barmherzigkeit krönt.

Lange kann Silas da nicht nur zuhören, und wie von selbst hört er sich auf einmal mitbeten. Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.

In unserem Text heißt es:”Plötzlich entstand ein großes Erdbeben, so dass die Grundmauern des Gefängnisses wankten und die Türen sich öffneten und alle Fesseln abfielen.”

Können Sie sich vorstellen, dass durch diesen Lobpreis so etwas geschehen kann? Können Sie sich vorstellen dass Sie selber erleben, wie Mauern der Angst einstürzen und verschlossene Türen der Verzagtheit aufspringen können, damit es Alltag werden kann? Lassen Sie uns einstimmen in das Lobe den Herrn, meine Seele und Schritte wagen, den Alltag wieder zu bewältigen nach dieser Ferienzeit. Gott ist mit dabei.