Sommer

Gedanken über die schönste Jahreszeit von Bernd Oettinghaus.

 

Sommer!!! Die Krönung der Jahreszeiten. Eine Fülle an Farben in unzähligen Blüten. Ein Meer aus Düften, Sonne und Sommerbrise. Vielfalt der Vogelstimmen am Morgen, Zirpen der Grillen am Abend, Gurgeln des Baches und Rauschen der Blätter oder des Meeres. – Da will etwas in uns hineinfluten durch Augen, Nase, Haut und Ohren. Alles ist im Überfluss da. Farben, Gerüche, Geräusche…

Lange Tage laden ein, sogar den Abend bei milden Temperaturen noch draußen zu verbringen. Es fällt leichter, den Medien zu entfliehen und Begegnungen zu suchen: einfach vor der Haustür, im Garten, in Biergärten…

Und: Reden wir über die Schönheit des Sommers und nicht nur übers Wetter. Lassen wir ihn nicht nur an uns vorbeiziehen, indem wir uns – kaum hat er angefangen- schon wieder stöhnend über die Hitze beschweren und uns wünschen, der Sommer möge schnell vorüber sein. Klagen wir nicht über die viele Arbeit, die man als Gartenbesitzer hat. Denn: Geschenke zu genießen fördert die Haltung der Dankbarkeit. Und diese wiederum macht das Genießen stärker und nachhaltiger.

Aber für all das braucht es Zeit und Aufmerksamkeit. Stiften wir uns doch gegenseitig dazu an, den Sommer in uns aufzunehmen, mit allen fünf Sinnen das Besondere der Jahreszeit zu entdecken! Reden wir über unsere Empfindungen und Erfahrungen. Bringen wir es in Zusammenhang mit dem Schöpfer, dem liebenden Vater, der seinen Kindern gute Gaben zu geben weiß. Brechen wir mal aus der Routine aus und halten inne. Setzen wir uns nicht nur den Sonnenstrahlen aus, sondern auch der Liebe Gottes, dem Geschenk unseres Schöpfers! Kostenlos, aber nicht umsonst. Denn wer in der Fülle des Sommers die Liebe unseres Vaters im Himmel erkennen kann, wird doppelt beschenkt.

So kann sich der Sommer widerspiegeln in unseren Gesichtern, Beziehungen und Empfindungen, wie das tiefe Blau des Himmels im Wasser. Möge es mal wieder richtig Sommer werden, in uns und unter uns. Dann blüht die Liebe Gottes durch uns.

(aus der Zeitschrift „Geistesgegenwärtig“ Juni 2015)