Ein Glanzstück des Himmels

Im Rahmen der Bildungswochen fand im kath. Gemeindezentrum Affaltrach im Okt./Nov. 2014 der Kurs von Stufen des Lebens „Der Segen bleibt„ ein Glanzstück des Himmels statt.

An drei Abenden hat uns die Geschichte von Jakob tief berührt und bewegt.

Jakob, der Betrüger, der Kämpfer, der alles selbst in die Hand nehmen wollte, der sich den Segen erschlichen hat und der später selbst betrogen wurde. Dieser Jakob, der den Segen Gottes nie verlor, stand uns sehr nahe. Es sind nicht irgendwelche Geschichten von früher, sondern sie betreffen die Menschen heute noch genauso: Angst, Zwietracht, Neid, Betrug, Patchworkfamilie, Karriere, Leistung, Streit und Versöhnung. Ein Machertyp, der an seine Grenzen kam.

Aber auch das gilt: Gottes Mitgehen, seine Zusagen, Bewahrung, Segen der bleibt. Das hat er immer wieder erfahren, nicht zuletzt durch den Traum mit der Himmelsleiter: Gott war ihm ganz nahe, er kam zu ihm herunter.

Das dürfen auch wir erfahren: Gott steigt herab zu uns. Er steht uns gegenüber, auf Augenhöhe.

Wir haben mit Jakob gekämpft und gerungen, geweint und gelacht. Die Teilnehmer konnten nachvollziehen, wie es ist, in schlaflosen Nächten im Gebetskampf mit sich und Gott zu kämpfen.

„Wir hinken auch alle irgendwie an einer Stelle, wie Jakob“, meinte jemand. Jakob ging aus dem Kampf als Sieger hervor, er hat den Segen Gottes errungen. Aber er war gezeichnet, er hat einen Schlag auf die Hüfte abbekommen. Dann ging ihm die Sonne auf – so konnte er hinkend, aber als neuer Mensch seinem Bruder entgegengehen und sich versöhnen.

Mit dem Lied von Frieder Gutscher stimmten wir ein:

„Dem Leben in die Arme sinken, den Kelch des Glückes und Leides trinken,

das Ja und Amen Gottes wissen, nicht um das Leben kämpfen müssen.

Das Brückstückhafte lieben und wagen, über Unvollkommenes nicht verzagen.

Was halb geglückt ist, dankbar sehn, herzhaft und hinkend durchs Leben gehn.“

In den Pausen konnten wir bei Gesprächen süßen Hefekranz und Herzhaftes, das die Teilnehmer mitgebracht hatten, genießen.

„Schade, dass der Kurs schon vorbei ist“, waren wir uns beim Abschied einig.

Gisela Kolb, Kursleiterin IMG_2200