Eine Mitarbeiterin der ersten Stunde

Interview mit Eva-Maria Lederer.

Sie ist eine der Mitarbeiterinnen der ersten Stunde von Stufen des Lebens.

Wie wurdest Du auf Stufen des Lebens aufmerksam?

Mein Mann brachte mir ein Einladungsprospekt mit. Mich sprach das Thema an: „Beten – reden wie mit einem Freund“. Das war im Februar 1985.

Nach der Geburt unseres 4.Kindes 1980 hatte ich mich ganz auf die Familie zurückgezogen. Zuvor waren wir in der Mission und Entwicklungshilfe in Afghanistan tätig gewesen. Dort hatten wir uns der christlichen internationalen Gemeinde angeschlossen. Diese Gemeinschaft haben wir dringend gebraucht in der fremden Umgebung.

1974 zogen wir nach Bretzfeld-Unterheimbach und begannen in der Kirchengemeinde Fuß zu fassen, ich sang im Kirchenchor und leitete einen Mädchenkreis. Der dortige Pfarrer bot einen zweijährigen Intensivbibelkurs an, daran nahm ich mit großem Interesse teil.

„Beten- reden wie mit einem Freund“ dieser Satz elektrisierte mich. Ich fragte in Willsbach an, ob auch Leute aus der weiteren Umgebung teilnehmen könnten. Das war der Anfang.

Welche Bedeutung hat Stufen des Lebens für dich bekommen?

Ich wurde Mitarbeiterin und als Waltraud Mäschle krank wurde, fragte sie auch mich, ob ich bereit sei, Kurse zu halten. W.Mäschle schulte uns (U.Perino, E. Heinrich, I.Wardein, R.Friedle) und bereitete mit uns die Kurse vor. Siebzehn Jahre lang habe ich Kurse gehalten und ich habe es mit Freude getan. Für mich war es eine gesegnete Zeit. In Bretzfeld, Bitzfeld, Unterheimbach, Adolzfurt, Lehrensteinsfeld und Wüstenrot war ich regelmäßig, in anderen Orten aushilfsweise.

Was war das Besondere für dich an der Verkündigung von Waltraud Mäschle?

Das Evangelium wurde breitgefächert dargeboten mit viel Kreativität. Ich selbst bin nicht so kreativ, aber das hat vieles in mir angestoßen und ich habe daran für mich weitergearbeitet. Ein Beispiel: Das Bild einer Ähre. Ihr Stiel weist immer wieder Knoten auf. Diese Knoten stehen für die Krisen im Leben. Aber sie sind es auch, die dem Halm Stabilität verleihen. Und es ist die Barmherzigkeit Gottes, die diese Knoten dann mit Blättern überdeckt, damit nicht jeder sie gleich auf den ersten Blick sehen kann.

Als weiteres hat mich die Atmosphäre unter den Mitarbeitern beeindruckt. Ich wurde akzeptiert, so wie ich bin. Ich fühlte mich in dieser Gemeinschaft so wohl, dass ich sogar Mittwoch Morgens um 6 Uhr zum Morgenlob nach Willsbach in die Kirche fuhr.

Gibt es Erfahrungen, an die du dich gerne erinnerst, aus deiner Zeit als Kursleiterin?

Das Besondere waren für mich die Bodenbilder, durch die ich die Liebe Gottes den Menschen nahe bringen und mit denen ich arbeiten konnte. Die Bodenbilder sind eine wunderbare Möglichkeit, die biblischen Aussagen zu entfalten und auf unser Leben zu entwickeln. So berührt Gott jeden auf seine Weise.

Das zweite, das mich überwältigt hat war, dass die Leute wiederkamen. Das hat mich bewegt.

Als mein Mann im Ruhestand war, hat er mich zu den Kursen begleitet und mir geholfen bei den Bodenbildern.

Besonders war für mich auch, dass in Adolzfurt Pfarrer Ebert in den Kursen als Teilnehmer mit dabei war.

Krankheitsbedingt kannst du dich nicht mehr als Kursleiterin einbringen. Was möchtest Du unserem Werk mit auf den weiteren Weg geben?

Alles hat seine Zeit – auch Kursleiterin sein. Jetzt sehe ich meine Aufgabe darin, den Mitarbeiterkreis in Unterheimbach zu leiten, die Mitarbeiterinnen in allem auf und ab zu begleiten und sie zuzurüsten.

Sehr am Herzen liegt mir die Frage: Wie gehen wir mit den Schwachen um? Und wie geht es Mitarbeitern, die schwach sind? Dafür möchte ich den Blick schärfen.

Ich denke, wir sollten immer wieder in der Stille vor Gott hören, was und wen Er uns aufs Herz legt.

Mitgeben möchte ich folgendes Bibelwort:„Seid wachsam, werdet nicht müde zu beten. Vor allem lasst nicht nach, einander zu lieben… Jeder soll dem anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat… So preisen wir Gott durch Jesus Christus mit allem was wir sind und haben. Ihm allein gehören alle Ehre und alle Macht für immer.“ (1.Petrus 4,7-11 Hoffnung für alle)

Vielen Dank für das Gespräch. Wir danken Dir auch für deine langjährige Treue und Mitarbeiterschaft und wünschen Dir Gottes Segen.