Radio-Andacht von Herrn Hans Martin Steffe

Herzenssache (siehe Reliphon vom 07.04.2014)

Pfarrer Hans Martin Steffe, Multiplikator von Stufen des Lebens in der badischen Landeskirche, sprach wieder den Abendgedanken im Radiosender SWR 4. Fasziniert hörte ich ihm zu, nachdem mir doch schon das erste Wort wohlbekannt war. Hören Sie selbst den Originalwortlaut:

“Waltraud Mäschle hat 20 Jahre gegen den Krebs gekämpft. Sie hat Spuren hinterlassen, obwohl sie ihren Kampf am Ende verloren hat. Sie hat Menschen Mut und Kraft gegeben in dem Glaubenskurs, den sie entwickelt hat.

Wie sie dazu kam, hat sie selbst erzählt.

Waltraud Mäschle war Religionslehrerin. Als sie zum ersten Mal schwer erkrankt war, wurde sie von Müttern ihrer Schüler besucht. Sie haben sie gefragt, was ihr der christliche Glaube jetzt nütze. Sie hat geantwortet: „Ich habe Schmerzen wie andere bei dieser Krankheit auch. Ich habe Angst, dass es schlimmer wird. Aber ich kann beten. Ich kann das alles Gott sagen, was mir Angst macht. Das macht es mir leichter und gibt mir Kraft.“

Damals, so hat sie es mir und anderen erzählt, da hat sie zu Gott gesagt: „Du kannst mir noch weitere Jahre schenken. Dann will ich für diese Eltern und andere Erwachsene Geschichten der Bibel so erzählen, dass sie merken, dass wir in diesen Geschichten selbst vorkommen und wie diese Geschichten Mut und Kraft für das Leben geben.“

Als es ihr wieder besser ging, hat sie dann wirklich einen Kurs zum Glauben für Erwachsene entwickelt. Er ist in ganz Deutschland und einigen anderen Ländern bis heute bekannt und heißt „Stufen des Lebens“. Er geht davon aus, dass wir ein Leben lang unterwegs sind von Stufe zu Stufe, dass es wichtig ist, dass jeder seinen Platz im Leben findet und einnimmt. Und dass keiner allein durchs Leben gehen muss. Andere sind mit unterwegs und Gott auch. In diesem Kurs werden Geschichten aus der Bibel entdeckt. Sie lassen die Teilnehmer spüren, dass sie einmalig sind und von Gott gewollt und geliebt. Das wird anschaulich erzählt und mit einem Bild in der Kreismitte dargestellt. Die Teilnehmer bei solchen Kursen kommen miteinander ins Gespräch.

Manchmal gibt es Möglichkeiten, dass man ohne Worte betet, indem man einen Stein legt für das, was einem schwer fällt. Oder eine Kerze anzündet, weil man ein Hoffnungslicht braucht.

Waltraud Mäschle hat bei mir und vielen anderen Spuren hinterlassen. Ich habe angefangen in der Bibel meine eigene Geschichte zu entdecken und Gott… und Jesus, das Hoffnungslicht Gottes in unserer Welt.”

Dem habe ich nichts hinzuzufügen als meinen Gruß an Sie.

Ihre Margret Trojer