Reisebericht aus Südamerika 2013

Stufen des Lebens in Südamerika – Senfkorngroß beginnt es zu wachsen

Auf der Reise waren Marlene Klassen, die in Paraguay geboren ist, Traudel Krause, Vorstand und Leiterin der Stiftung Pflanzschule und Elke Werner-Schmit als Dritte im Bunde.

Anlass der Reise war eine Einladung, einen Stufen-des-Lebens-Kurs auf zwei Frauenrüstzeiten in Flor del Chaco (Freizeitgelände der Kolonie Fernheim im Chaco Paraguays) durchzuführen. Lucy hatte 2012 den Kurs „Ein Platz an der Sonne“ kennengelernt und die Vision erhalten, dass die Stufen-des-Lebens-Kurse ein gutes Angebot für ihre Arbeit unter alleinstehenden Frauen (Witwen, Singles und Geschiedenen) sein könnte.

Um die weite Reise anzutreten setzten wir noch zwei weitere Einladungen voraus, die auch eintrafen: Die Mennoniten-Gemeinde in Asuncion (Hauptstadt von Paraguay) und die Evangelisch Lutherische Gemeinde in Sao Paulo, Santo Andre (Brasilien) wollten ebenfalls wieder einen neuen Stufen-des-Lebens-Kurs kennenlernen.

Weitere Kurse und Kurseinheiten kamen kurz vor der Abreise noch dazu, so dass wir ein anspruchsvolles Programm mit insgesamt 6 Kursen bzw. 24 Kurseinheiten in drei Wochen durchgeführt haben. Insgesamt haben an den Kursen und Kurseinheiten etwa 276 verschiedene Personen teilgenommen.

Am 07.05.2013 kamen wir nach einem 13 ½ stündigen Flug, mit umsteigen in Sao Paulo, in Asuncion an. Dort wurden wir gleich von Sandra, die die von uns benötigten, im Jahr zuvor hergestellten Biblischen Erzählfiguren brachte und Betty die uns nach Filadelfia, Kolonie Fernheim (Chaco) brachte, begrüßt.

Am nächsten Tag bearbeiteten wir zunächst zusammen mit Regina (die auch hier lebt) die drei, bereits ins Spanische übersetzten Stufen-des-Lebens-Kurse, um die Zeichnungen an den richtigen Stellen einzufügen. Sie wird den Druck begleiten und Bestellungen der Kursleiter aus Paraguay entgegennehmen.

Nachmittags fuhren wir zurück nach Filidelfia, um im Hotel zwei Tage zu bleiben. Wir brauchten diese Zeit, um das mitgebrachte Material zu sichten, weiteres Material vor Ort zu beschaffen und Absprachen zur Durchführung der Kurse zu treffen.

Während dieser Tage führten wir in Filadelfia zum Kennenlernen zwei Kurseinheiten durch:
– „Die Emmaus-Jünger“ (Mappe: Quellen, aus denen Leben fließt) in der Mennoniten Brüdergemeinde. Unter den 20 Teilnehmern war der Pastor dieser Gemeinde.
– „Die Heilung der gekrümmten Frau“ (Mappe: Überrascht von der Freude) im Psychiatrischen Krankenhaus Eirene. Dort wollten 6 therapeutische Mitarbeiter die Stufen-des-Lebens-Kurse kennenlernen. Alle Teilnehmer (drei Frauen und drei Männer) waren angetan vom therapeutischen Ansatz und wie man die Bibel auch lesen kann (Bodenbilder) und konnten sehr gut mitgehen. Der Direktor überlegt die Möglichkeiten, wie die Stufen-des-Lebens-Kurse in seiner Einrichtung Anwendung finden könnten. (Die erste Möglichkeit wäre, dass einzelne Therapeuten nach Deutschland kommen, um noch weitere Kurse kennenzulernen. Die zweite Möglichkeit wäre, dass von Deutschland aus weitere Kurse in Eirene (Filadelfia) zu Trainingszwecken für die Mitarbeiter durchgeführt werden.)

Am 10.06.2013 wurden wir am späten Nachmittag zum Freizeitgelände Flor del Chaco gebracht, wo die letzten Vorbereitungen für die Frauenrüstzeiten getroffen wurden Die beiden jeweils zweitägigen Frauenrüstzeiten mit dem Kurs „Vater unser – ein beinahe alltägliches Gespräch“ wurden von zweimal 18 Frauen besucht. Lucy hielt zur Einführung eine sehr gute Andacht über die verschiedenen Körbe, die zur Dekoration im Veranstaltungsraum standen. „Manchmal fühle ich mich wie ein Müll-Korb, dann wieder wie ein Speisekorb, der was geben kann, manchmal bin ich voller Spicker (Korb mit Kakteen) oder so klein (winzig kleiner Korb).
Wir sind Körbe in Gottes Hand und können uns von ihm neu reinigen und füllen lassen.“ Die Frauen arbeiteten sehr intensiv mit. Sie waren von Anfang an sehr offen. Viel Schmerz und Leid konnte zur Sprache gebracht werden. Es gab genügend Zeit für Gespräche zwischen den Einheiten.

Die beiden Frauenrüstzeiten fanden ihr Ende mit einer kurzen Nachbesprechung mit dem Komitee, wobei große Dankbarkeit und viel positive Resonanz zum Ausdruck kamen.

Am 16.05.2013 waren wir zu Gast auf der privaten Geburtstagsfeier von Marlenes Schwester die zu diesem Anlass ihre Kollegen, Mitarbeiter aus dem Krankenhaus in Filadelfia, eingeladen hatte. Auch eine Auswahl von vier Generationen der Verwandtschaft war dabei. Dort führten wir eine Kurssequenz aus „Der Baum am Wasser“ (Mappe: Quellen, aus denen Leben fließt) durch.

Unser nächstes Reiseziel war Asuncion. Dort führten wir den Kursleiter- Kurs „Quellen, aus denen Leben fließt“ durch. Leiter verschiedener Gemeindegruppen nahmen daran teil. Teilgenommen haben etwa 27 Personen, von denen die meisten ein Zertifikat bekamen. Viele von ihnen haben bereits im vergangenen Jahr an dem Stufen-des-Lebens-Kurs teilgenommen. Sie waren auch diesmal wieder mit ganzem Herzen dabei.

Zitate einiger Teilnehmer:
„Manchmal haben wir ein Sieb eingebaut und das Wort Gottes fällt nicht tief.“
„Dieser Emmaus-Weg ist ein Bild für unsere Gemeinde.“
Eine Teilnehmerin konnte berichten, dass sie von ihrer Sorgenlast befreit wurde.
An der letzten Einheit nahmen zusätzlich einige jüngere Menschen teil, die von einer Bibelschule kamen.

Am Pfingstmontag, der in Paraguay kein Feiertag ist, hatten wir die Gelegenheit die private Johannes Gutenberg-Schule in Asuncion kennenzulernen. Diese Schule arbeitet mit dem Kinderwerk Lima, Heidenheim, Deutschland, zusammen und stellt 55 % der Schulplätze für Kinder aus bedürftigen Familien zur Verfügung. Das Schulgeld für diese Kinder wird von Paten aus Deutschland und neuerdings auch aus den Mennoniten-Kolonien übernommen.
Die Schule wird von etwa 1.500 Schülern besucht.
Sie nimmt bereits Kinder ab 3 Jahre im Kindergarten auf.
Die 5jährigen Kinder besuchen die Vorschule.
Ab der vierten Klasse gibt es Computer-Unterricht.
Angegliedert ist eine technische Schule mit sechs verschiedenen Fachbereichen:
– Buchhaltung
– Elektrotechnik (zum Beispiel für Kühlanlagen)
– Industrienähen
– Metall (zum Beispiel Schweißen)
– Pediküre und Friseurhandwerk
– Soziale Wissenschaften (zum Beispiel Medien, Kommunikation)

Die Ausbildung an der Johannes-Gutenberg-Schule eröffnet die Möglichkeit zum Universitätsstudium. Wer von dieser Schule kommt, besteht in der Regel die Aufnahmeprüfung zur Universität. Die Schüler sind auch bei Handwerkfirmen sehr willkommen.

Wichtig ist der Schule, die Erziehung zur Pünktlichkeit und Sauberkeit. Die Kinder dürfen nicht mehr in die Klasse, wenn sie zu spät kommen. Sie müssen dann im Sekretariat auf die nächste Stunde warten. Es war spürbar, dass die Kinder lernen wollen. Wir waren sehr beeindruckt.

Ein Ehepaar leitet das „Haus der Mennoniten“ in Asuncion. Hier ist auch der Sitz der Gesellschaft aller Mennoniten-Kolonien in Paraguay (ACOMEPA). Sie waren ein Jahr in Deutschland beim Kinderwerk Lima. Seither kommen immer wieder Praktikanten aus Deutschland, die in der Johannes- Gutenberg-Schule eingesetzt werden, gerne zu ihnen.

Am 14.05.2013 kamen wir in die Kolonie Volendam.
Volendam zählt etwa 600 Einwohner. Davon nahmen 32 an dem Stufen-des-Lebens-Kurs „Vater unser – Ein beinahe alltägliches Gespräch“ teil. Der Kurs wurde von dem Schulleiter und dem Schulsekretariat organisiert und fand in einem Raum der Kirchengemeinde statt. Die Teilnehmer waren zunächst etwas zaghaft, im Verlauf des Kurses kam es jedoch zu einer erstaunlichen Offenheit. Sie fanden die Vater-unser-Bitten sehr spannend.

In der Kolonie Volendam besichtigten wir die Schule, an der 92 Schüler von etwa 17 Lehrern unterrichtet werden. In einer Klasse sind durchschnittlich 6 Schüler.
Wir konnten nur staunen.

In der Evangelisch Lutherischen Gemeinde von Santo Andre wartete bereits eine Übersetzungshelferin auf uns. Seit einem halben Jahr macht sie hier ein Vikariat. Sie war uns eine große Hilfe, das Material für das Bodenbild ins Portugiesische zu übersetzten und half auch beim Übersetzen während der Kurseinheiten.

In der Evangelisch Lutherischen Kirche handelte es sich um einen offenen Kurs, zu dem sich die Teilnehmer nicht anzumelden brauchten. Zur ersten Einheit kamen 10 Personen, an der letzten Einheit nahmen 20 Personen teil. Nach dem Kurs fand ein kleines klassisches Konzert mit Cello und Klavier und ein Agape-Mahl, als Dankeschön für uns, statt.

Am Sonntagvormittag hatten wir eine Einladung in die Freie evangelische Gemeinde in Sao Bernardo, den Gottesdienst mitzugestalten. Wir wählten die Kurseinheit „Emmaus-Jünger“ (Mappe: Quellen, aus denen Leben fließt).

Der Gottesdienst dauerte etwa drei Stunden und wurde von etwa 80 Teilnehmern besucht. Der Pastor nahm die Botschaft des Kurses in seine Verkündigung auf.
Der bewegendste Punkt im Gottesdienst war: Eine Frau zog ihre Schuhe aus und stellte sie unter Tränen ins Bodenbild. Sie erklärte, dass sie viel Schlimmes erlebt habe. Jesus habe ihr Leben neu gemacht. Jetzt wolle sie barfuß mit den Menschen unterwegs sein. Sie hatte eine Arbeitskollegin dabei, die an diesem Morgen Jesus gebeten hat, in ihr Leben zu kommen. Außerdem reagierten noch zwei weitere Personen auf die Einladung und nahmen Jesus in ihr Leben auf. Im Gottesdienst wurde auch um Heilung für eine junge Frau gebetet, die einen Hirntumor hat.

Die Gemeindegründer haben die Vision, dass die Stufen-des-Lebens-Kurse ins Portugiesische übersetzt werden sollten. Marlene hat bereits zu einem Übersetzer Kontakt aufgenommen. Es bleibt spannend zu verfolgen, wie es weitergeht.

Die Reise verlief wie ein Staffellauf auf einem Beziehungsnetz. An den Knotenpunkten standen jeweils Leute bereit, die auf uns warteten.
Wir wurden von einem zum anderen weitergereicht und fanden vorbereitete Situationen vor.

Während der Reise haben wir ganz deutlich die Gebete gespürt, mit denen wir begleitet wurden. Wir hatten den Eindruck, dass Gott vor uns her geht, uns beschützt und alles bis ins kleinste Detail vorbereitet hatte.

Stufen des Lebens in Südamerika – Senfkorngroß beginnt es zu wachsen

Auf der Reise waren Marlene Klassen, die in Paraguay geboren ist, Traudel Krause, Vorstand und Leiterin der Stiftung Pflanzschule und Elke Werner-Schmit als Dritte im Bunde.

Anlass der Reise war eine Einladung, einen Stufen-des-Lebens-Kurs auf zwei Frauenrüstzeiten in Flor del Chaco (Freizeitgelände der Kolonie Fernheim im Chaco Paraguays) durchzuführen. Lucy hatte 2012 den Kurs „Ein Platz an der Sonne“ kennengelernt und die Vision erhalten, dass die Stufen-des-Lebens-Kurse ein gutes Angebot für ihre Arbeit unter alleinstehenden Frauen (Witwen, Singles und Geschiedenen) sein könnte.

Um die weite Reise anzutreten setzten wir noch zwei weitere Einladungen voraus, die auch eintrafen: Die Mennoniten-Gemeinde in Asuncion (Hauptstadt von Paraguay) und die Evangelisch Lutherische Gemeinde in Sao Paulo, Santo Andre (Brasilien) wollten ebenfalls wieder einen neuen Stufen-des-Lebens-Kurs kennenlernen.

Weitere Kurse und Kurseinheiten kamen kurz vor der Abreise noch dazu, so dass wir ein anspruchsvolles Programm mit insgesamt 6 Kursen bzw. 24 Kurseinheiten in drei Wochen durchgeführt haben. Insgesamt haben an den Kursen und Kurseinheiten etwa 276 verschiedene Personen teilgenommen.

Am 07.05.2013 kamen wir nach einem 13 ½ stündigen Flug, mit umsteigen in Sao Paulo, in Asuncion an. Dort wurden wir gleich von Sandra, die die von uns benötigten, im Jahr zuvor hergestellten Biblischen Erzählfiguren brachte und Betty die uns nach Filadelfia, Kolonie Fernheim (Chaco) brachte, begrüßt.

Am nächsten Tag bearbeiteten wir zunächst zusammen mit Regina (die auch hier lebt) die drei, bereits ins Spanische übersetzten Stufen-des-Lebens-Kurse, um die Zeichnungen an den richtigen Stellen einzufügen. Sie wird den Druck begleiten und Bestellungen der Kursleiter aus Paraguay entgegennehmen.

Nachmittags fuhren wir zurück nach Filidelfia, um im Hotel zwei Tage zu bleiben. Wir brauchten diese Zeit, um das mitgebrachte Material zu sichten, weiteres Material vor Ort zu beschaffen und Absprachen zur Durchführung der Kurse zu treffen.

Während dieser Tage führten wir in Filadelfia zum Kennenlernen zwei Kurseinheiten durch:
– „Die Emmaus-Jünger“ (Mappe: Quellen, aus denen Leben fließt) in der Mennoniten Brüdergemeinde. Unter den 20 Teilnehmern war der Pastor dieser Gemeinde.
– „Die Heilung der gekrümmten Frau“ (Mappe: Überrascht von der Freude) im Psychiatrischen Krankenhaus Eirene. Dort wollten 6 therapeutische Mitarbeiter die Stufen-des-Lebens-Kurse kennenlernen. Alle Teilnehmer (drei Frauen und drei Männer) waren angetan vom therapeutischen Ansatz und wie man die Bibel auch lesen kann (Bodenbilder) und konnten sehr gut mitgehen. Der Direktor überlegt die Möglichkeiten, wie die Stufen-des-Lebens-Kurse in seiner Einrichtung Anwendung finden könnten. (Die erste Möglichkeit wäre, dass einzelne Therapeuten nach Deutschland kommen, um noch weitere Kurse kennenzulernen. Die zweite Möglichkeit wäre, dass von Deutschland aus weitere Kurse in Eirene (Filadelfia) zu Trainingszwecken für die Mitarbeiter durchgeführt werden.)

Am 10.06.2013 wurden wir am späten Nachmittag zum Freizeitgelände Flor del Chaco gebracht, wo die letzten Vorbereitungen für die Frauenrüstzeiten getroffen wurden Die beiden jeweils zweitägigen Frauenrüstzeiten mit dem Kurs „Vater unser – ein beinahe alltägliches Gespräch“ wurden von zweimal 18 Frauen besucht. Lucy hielt zur Einführung eine sehr gute Andacht über die verschiedenen Körbe, die zur Dekoration im Veranstaltungsraum standen. „Manchmal fühle ich mich wie ein Müll-Korb, dann wieder wie ein Speisekorb, der was geben kann, manchmal bin ich voller Spicker (Korb mit Kakteen) oder so klein (winzig kleiner Korb).
Wir sind Körbe in Gottes Hand und können uns von ihm neu reinigen und füllen lassen.“ Die Frauen arbeiteten sehr intensiv mit. Sie waren von Anfang an sehr offen. Viel Schmerz und Leid konnte zur Sprache gebracht werden. Es gab genügend Zeit für Gespräche zwischen den Einheiten.

Die beiden Frauenrüstzeiten fanden ihr Ende mit einer kurzen Nachbesprechung mit dem Komitee, wobei große Dankbarkeit und viel positive Resonanz zum Ausdruck kamen.

Am 16.05.2013 waren wir zu Gast auf der privaten Geburtstagsfeier von Marlenes Schwester die zu diesem Anlass ihre Kollegen, Mitarbeiter aus dem Krankenhaus in Filadelfia, eingeladen hatte. Auch eine Auswahl von vier Generationen der Verwandtschaft war dabei. Dort führten wir eine Kurssequenz aus „Der Baum am Wasser“ (Mappe: Quellen, aus denen Leben fließt) durch.

Unser nächstes Reiseziel war Asuncion. Dort führten wir den Kursleiter- Kurs „Quellen, aus denen Leben fließt“ durch. Leiter verschiedener Gemeindegruppen nahmen daran teil. Teilgenommen haben etwa 27 Personen, von denen die meisten ein Zertifikat bekamen. Viele von ihnen haben bereits im vergangenen Jahr an dem Stufen-des-Lebens-Kurs teilgenommen. Sie waren auch diesmal wieder mit ganzem Herzen dabei.

Zitate einiger Teilnehmer:
„Manchmal haben wir ein Sieb eingebaut und das Wort Gottes fällt nicht tief.“
„Dieser Emmaus-Weg ist ein Bild für unsere Gemeinde.“
Eine Teilnehmerin konnte berichten, dass sie von ihrer Sorgenlast befreit wurde.
An der letzten Einheit nahmen zusätzlich einige jüngere Menschen teil, die von einer Bibelschule kamen.

Am Pfingstmontag, der in Paraguay kein Feiertag ist, hatten wir die Gelegenheit die private Johannes Gutenberg-Schule in Asuncion kennenzulernen. Diese Schule arbeitet mit dem Kinderwerk Lima, Heidenheim, Deutschland, zusammen und stellt 55 % der Schulplätze für Kinder aus bedürftigen Familien zur Verfügung. Das Schulgeld für diese Kinder wird von Paten aus Deutschland und neuerdings auch aus den Mennoniten-Kolonien übernommen.
Die Schule wird von etwa 1.500 Schülern besucht.
Sie nimmt bereits Kinder ab 3 Jahre im Kindergarten auf.
Die 5jährigen Kinder besuchen die Vorschule.
Ab der vierten Klasse gibt es Computer-Unterricht.
Angegliedert ist eine technische Schule mit sechs verschiedenen Fachbereichen:
– Buchhaltung
– Elektrotechnik (zum Beispiel für Kühlanlagen)
– Industrienähen
– Metall (zum Beispiel Schweißen)
– Pediküre und Friseurhandwerk
– Soziale Wissenschaften (zum Beispiel Medien, Kommunikation)

Die Ausbildung an der Johannes-Gutenberg-Schule eröffnet die Möglichkeit zum Universitätsstudium. Wer von dieser Schule kommt, besteht in der Regel die Aufnahmeprüfung zur Universität. Die Schüler sind auch bei Handwerkfirmen sehr willkommen.

Wichtig ist der Schule, die Erziehung zur Pünktlichkeit und Sauberkeit. Die Kinder dürfen nicht mehr in die Klasse, wenn sie zu spät kommen. Sie müssen dann im Sekretariat auf die nächste Stunde warten. Es war spürbar, dass die Kinder lernen wollen. Wir waren sehr beeindruckt.

Ein Ehepaar leitet das „Haus der Mennoniten“ in Asuncion. Hier ist auch der Sitz der Gesellschaft aller Mennoniten-Kolonien in Paraguay (ACOMEPA). Sie waren ein Jahr in Deutschland beim Kinderwerk Lima. Seither kommen immer wieder Praktikanten aus Deutschland, die in der Johannes- Gutenberg-Schule eingesetzt werden, gerne zu ihnen.

Am 14.05.2013 kamen wir in die Kolonie Volendam.
Volendam zählt etwa 600 Einwohner. Davon nahmen 32 an dem Stufen-des-Lebens-Kurs „Vater unser – Ein beinahe alltägliches Gespräch“ teil. Der Kurs wurde von dem Schulleiter und dem Schulsekretariat organisiert und fand in einem Raum der Kirchengemeinde statt. Die Teilnehmer waren zunächst etwas zaghaft, im Verlauf des Kurses kam es jedoch zu einer erstaunlichen Offenheit. Sie fanden die Vater-unser-Bitten sehr spannend.

In der Kolonie Volendam besichtigten wir die Schule, an der 92 Schüler von etwa 17 Lehrern unterrichtet werden. In einer Klasse sind durchschnittlich 6 Schüler.
Wir konnten nur staunen.

In der Evangelisch Lutherischen Gemeinde von Santo Andre wartete bereits eine Übersetzungshelferin auf uns. Seit einem halben Jahr macht sie hier ein Vikariat. Sie war uns eine große Hilfe, das Material für das Bodenbild ins Portugiesische zu übersetzten und half auch beim Übersetzen während der Kurseinheiten.

In der Evangelisch Lutherischen Kirche handelte es sich um einen offenen Kurs, zu dem sich die Teilnehmer nicht anzumelden brauchten. Zur ersten Einheit kamen 10 Personen, an der letzten Einheit nahmen 20 Personen teil. Nach dem Kurs fand ein kleines klassisches Konzert mit Cello und Klavier und ein Agape-Mahl, als Dankeschön für uns, statt.

Am Sonntagvormittag hatten wir eine Einladung in die Freie evangelische Gemeinde in Sao Bernardo, den Gottesdienst mitzugestalten. Wir wählten die Kurseinheit „Emmaus-Jünger“ (Mappe: Quellen, aus denen Leben fließt).

Der Gottesdienst dauerte etwa drei Stunden und wurde von etwa 80 Teilnehmern besucht. Der Pastor nahm die Botschaft des Kurses in seine Verkündigung auf.
Der bewegendste Punkt im Gottesdienst war: Eine Frau zog ihre Schuhe aus und stellte sie unter Tränen ins Bodenbild. Sie erklärte, dass sie viel Schlimmes erlebt habe. Jesus habe ihr Leben neu gemacht. Jetzt wolle sie barfuß mit den Menschen unterwegs sein. Sie hatte eine Arbeitskollegin dabei, die an diesem Morgen Jesus gebeten hat, in ihr Leben zu kommen. Außerdem reagierten noch zwei weitere Personen auf die Einladung und nahmen Jesus in ihr Leben auf. Im Gottesdienst wurde auch um Heilung für eine junge Frau gebetet, die einen Hirntumor hat.

Die Gemeindegründer haben die Vision, dass die Stufen-des-Lebens-Kurse ins Portugiesische übersetzt werden sollten. Marlene hat bereits zu einem Übersetzer Kontakt aufgenommen. Es bleibt spannend zu verfolgen, wie es weitergeht.

Die Reise verlief wie ein Staffellauf auf einem Beziehungsnetz. An den Knotenpunkten standen jeweils Leute bereit, die auf uns warteten.
Wir wurden von einem zum anderen weitergereicht und fanden vorbereitete Situationen vor.

Während der Reise haben wir ganz deutlich die Gebete gespürt, mit denen wir begleitet wurden. Wir hatten den Eindruck, dass Gott vor uns her geht, uns beschützt und alles bis ins kleinste Detail vorbereitet hatte.