Stufen des Lebens für Männer – auch in Bayern

Glaubensseminar mit Stuhlkreis und Bodenbilder? Nichts für Männer, die gerne einen Tisch vor sich haben, der ihnen einen gewissen Schutz bietet gegen allzu viel Nähe.

Aber um es gleich vorweg zu nehmen: Ja, Stufen des Lebens ist auch etwas für Männer! Es braucht jedoch Anlaufzeit und vor allem die Bereitschaft, erst mal selbst in sein eigenes Inneres zu blicken. Das kostet auch Selbstüberwindung. Und es braucht dann noch Interesse für die Frage, was diese uralten biblischen Geschichten mit mir zu tun haben, was sie mir auch heute noch zu sagen haben und – wenn bis hierher alles gut gegangen ist – welche Schlüsse ziehe ich daraus heute für mein Leben.

Ich erlebe bei allen Kursen, dass ich bei vielen bibl. Geschichten einen neuen Blick auf diese Geschichten bekomme, dass ich sie mit anderen Augen – oder auch anderen Sinnen- erfasse, dass manches Bild sich geradezu in mir festfrisst und meine weitere Beschäftigung mit der Bibel und dem Glauben verändert. Ich erlebe Bibel und Glauben oft ganz neu, anders und vor allem interessanter.

Ich erinnere mich an die Geschichte des Kranken am Teich Betesda aus dem Kurs „Ein Platz an der Sonne“. Da ist von einem Kranken die Rede. Wir erfahren nicht ob Mann oder Frau. Es geht dort um Heilung, um Vertrauen, um Glauben, ganz unabhängig vom Geschlecht. Heilung, Vertrauen und Glauben haben ja auch wirklich nichts mit dem Geschlecht eines Kranken, sondern mit seinem Zustand zu tun.

Auch Männer brauchen manchmal Heilung und Vertrauen, und ich meine, Glauben eben auch. Wenn sich das herumsprechen würde, kann Stufen des Lebens auch für Männer durchaus interessant und segensreich sein.

Manfred Merk