Ein Wochenende in Triefenstein – Einkehrtage vom 10.-12. November 2017

Von der Angst zum Vertrauen – das war das Thema dieses Wochenendes.

Bei absolutem Novemberwetter – Nieselregen, Grau in Grau – kamen wir im Kloster Triefenstein an. Da musste ich an einen Satz von Waltraud Mäschle denken: „So ein schlechtes Wetter ist GUTES Wetter.“ Man sei nicht so abgelenkt und würde sich viel mehr auf den Inhalt der Tage einlassen. Und das habe ich mir dann auch für mich ganz persönlich so vorgenommen.

Herzlich willkommen

Das Abendgebet in der Klosterkirche sowie das mit Liebe für uns vorbereitete Abendessen ließen uns das schon spüren. Ein Vesper genießen zu dürfen, ohne selbst etwas dafür getan zu haben, ist für jede Hausfrau schon ein Fest. Dann eröffnete Angela Strobel einen „herzlichen“ Abend. Welche Attribute geben wir dem Wort Herz und was wird damit ausgedrückt, negativ oder positiv? Und welche Herz-Worte haben für uns persönlich eine Bedeutung und betreffen unser Leben? So fragte sie in die Runde. „Ich stehe vor deiner Herzenstür und klopfe an….“ Mit diesen Worten Jesu ermutigte sie uns, unser Herz aufzumachen. Mit dem Bodenbild wurde anschaulich, was passiert, wenn wir unser Herz für Jesus zu öffnen: das wunderschöne rote Stoffherz bekam einen Glanz und durch das Öffnen kam ein zweites Herz aus Teelichtern zum Vorschein. Jeder konnte ein Licht anzünden,  so hat dieses Herz geleuchtet.  „ Gott wünscht sich, dass wir ihm täglich unser leeres Herz hinhalten, damit er es mit seiner Liebe füllen kann“(E.Mittelstädt). – Anschließend gab es dann die Vorstellungsrunde, die Lust darauf machte einander näher kennen zu lernen.

Am Samstag- und Sonntagvormittag nahm uns Bruder Siegfried mit auf den Weg „von der Angst zum Vertrauen“:

Am Samstag ging es um den römischen Hauptmann, der Jesus um Hilfe für seinen Knecht bittet: „Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.“(Mat.8) Der Heilige Geist aktualisiert die Worte von vor 2000 Jahren für uns heute, für unser heutiges Leben. Er spricht durch die Bibel zu uns. Wir haben keinen Gott der schweigt, sondern der mit uns redet. Das ist der Ausdruck der Liebe Gottes zu uns Menschen. Gottes Wort ist lebensschaffend, lebenserhaltend, schöpferisch. Wenn Gott spricht, so geschieht es. Auch unser Reden ist schöpferisch im Sinne von nicht ohne Wirkung, daran sollten wir immer denken. Obwohl der Hauptmann kein Jude war, traut er Jesus alles zu. Allein auf Jesu Wort hin wird der Knecht gesund – Jesu Worte bewirken etwas! Wie ist es bei uns? Genügt uns auch das Wort Jesu?

Am Sonntag ging es um die Sturmstillung (Mat.8, 23 -27). Die Jünger hatten schon Gotteserfahrungen gemacht und trotzdem hat sie die Angst ergriffen. Wir haben also Glauben nicht auf Vorrat! In jeder neuen Situation sind wir wieder aufgefordert neu zu glauben. Das gehört zu unserem Reifeprozess als Christ dazu. Wir bleiben in Abhängigkeit von Jesus, so kann unser Glaube wachsen. Jesus wird uns nicht vor  den Stürmen unseres Lebens bewahren, aber er ist mit dabei und durch sein Wort kommt auch wieder die Stille nach dem Sturm: „Da wurde es ganz still.“

Am Samstagnachmittag war Zeit haben angesagt: für einen Plausch in der Cafeteria bei Kaffee, Tee und Kuchen, basteln, eine Klosterführung, einen Spaziergang im Regen oder einfach ausruhen. Anschließend feierten wir das Abendmahl in der Kellerkapelle. Dieser Raum strahlt eine besondere Atmosphäre aus und Gottes Wort und Segen wurde uns ganz persönlich zugesprochen.

Für den Abend hatte Bruder Siegfried einen Vortrag vorbereitet über „ Lieder und Leben“ von bekannten und weniger bekannten Liederdichtern, z. B. Matthias Claudius, Nikolaus Graf von Zinzendorf, Gerhard Tersteegen, Sadhu Sundar Singh.  Die Lebensbilder waren für die meisten von uns neu und informativ. Sie beeindruckten uns mit dem persönlichen Glauben, den diese Liederdichter ausdrückten. Ein Lied des jeweiligen Dichters wurde dann gemeinsam gesungen. So haben wir Neues über 11 Personen erfahren, die in unserem Gesangbuch vertreten sind.

Bei der Abschlussrunde am Sonntag war spürbar, wie gut jedem diese Zeit getan hat: ICH KOMME WIEDER, damit traten wir unserem Heimweg an und wurden nach wenigen Kilometern vom Winter überrascht. Der erste Schnee war gefallen!

Vielen Dank den Christusträgern, dass wir dort willkommen waren und den Mitarbeiterinnen Margret Leitlein, Hanne Laumann, Gela Strobel und Meike Epli für die Organisation dieses schönen Wochenendes.

Rita Klären