Karfreitag

Jesus wurde abgeführt und aus der Stadt hinausgeführt zu der sog. Schädelstätte, die auf hebräisch Golgatha heißt.

Unterwegs begegnete ihnen ein Mann, der gerade vom Feld kam, ein gewisser Simon aus Zyrene, der Vater von Alexander und Rufus. Sie hielten ihn an und luden ihm das Kreuz auf, und er musste es hinter Jesus hertragen.

Eine große Menschenmenge folgte Jesus, darunter viele Frauen, die laut klagten und um ihn weinten. Zusammen mit Jesus wurden auch zwei andere Männer zur Hinrichtung geführt, zwei Verbrecher.

So kamen sie an eine Stelle, die Golgata genannt wird. Dort gab man Jesus Wein mit einem Zusatz, der bitter wie Galle war. Aber als er gekostet hatte, wollte er nicht davon trinken. Dann kreuzigte man ihn und mit ihm zwei andere Verbrecher, die mit ihm zur Hinrichtung geführt worden waren, einen auf jeder Seite. Jesus aber sagte:“Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Es war neun Uhr morgens, als man ihn kreuzigte.

Eine am Kreuz angebrachte Aufschrift gab den Grund für seine Verurteilung an, sie lautete: “ Jesus von Nazaret, König der Juden!“ Dieses Schild wurde von vielen Juden gelesen; denn der Ort, an dem Jesus gekreuzigt wurde, war ganz in der Nähe der Stadt, und die Aufschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst.

Die Soldaten, die Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und teilten sie unter sich auf.

Um zwölf Uhr mittags brach über das ganze Land eine Finsternis herein, die bis drei Uhr nachmittags dauerte. Da sagte Jesus: „Es ist vollbracht. Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist!“ Dann neigte er den Kopf und verschied.

Im selben Augenblick riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei; die Erde begann zu beben, die Felsen spalteten sich, und die Gräber öffneten sich. Der Hauptmann und die Soldaten, die mit ihm zusammen beim Kreuz Jesu Wache hielten, waren zutiefst erschrocken über das was geschah und sagten: „Dieser Mann war wirklich Gottes Sohn.“

Karfreitag

Ein Riss ging durch den Vorhang (gemalt von der Künstlerin Karola Onken)