Ein Kind ist geboren!

Das war es also! Manchmal sagen wir auch: War das alles? – Ja, das war alles.

Vor über 2000 Jahren, irgendwo in einem alten Stall in Bethlehem, da ist das geschehen, was Heute noch Grund zum Feiern gibt. Ein Kind ist geboren, vielleicht wie Millionen Kinder davor und danach. Und doch, was ist das Besondere daran? Vielleicht das, dass es keine ordentliche Herberge hatte, kein Kinderbett? Vielleicht das, dass die Eltern unterwegs waren, weit weg von zuhause? Vielleicht das, dass die Mutter weinte, wenn sie an die Zukunft des Kindes dachte und der Vater besorgt war? Oh nein! Das ist nichts Besonderes in dieser Welt, das gehört schon immer zum alltäglichen Geschehen.

Was ist es dann? Vielleicht das, dass da ein Mann zu seiner Frau hielt, obwohl er Grund hatte davonzulaufen? Vielleicht das, dass da ein Kind war, das all die Strapazen überlebte? Vielleicht das, dass da eine Frau war, die dieses Kind nicht verweigert hat, sondern Mutter wurde? Nein, auch das gibt es auf der ganzen Welt und kommt immer wieder einem Wunder gleich.

Was ist nun der Grund unseres Festes?

Für mich war es der Gedanke, dass es da ganz einfache Menschen gab, die Hirten, die die Stimme des Himmels verstanden haben, und die Engel sehen konnten, die auch von uns gesehen und gehört sein wollen. Diese einfachen Menschen haben es mir angetan. Sie haben verstanden, das was wir so wenig verstehen. Dass da nämlich Gott selbst, die zur Erde heruntergekommene Liebe Gottes, in einen Mutterleib gelegt wurde, um ganz Mensch zu werden, um die ganzen Schmerzen der menschlichen Geburt zu erleben; um mein Menschsein mit mir zu teilen, damit ich dann einmal nicht im Menschlichen vergehe, wenn ich in die Erde gelegt werde, sondern Anteil habe an der göttlichen Ewigkeit, am Leben Gottes.

Das ist umwerfend!. Da kann man nur niederfallen und anbeten. So wie es diese einfachen Hirten gemacht hatten. So einfach kann das Geheimnis unseres Glaubens sein: Niederfallen und den anbeten, der alle Macht im Himmel und auf Erden hat!

Sehen Sie, das ist das Besondere an Weihnachten, dass wir uns wieder neu entscheiden können für dieses Kind in der Krippe – für Jesus Christus.

(Die obigen Gedanken schrieb Waltraud Mäschle im Dezember 1994)