Gott kann alles- außer mittelmäßig

 

Gott kann alles. Nur eins nicht. Mittelmäßig. Was er tut, ist gut. Sehr gut sogar. Was er ausrichtet, ist richtig. Völlig richtig sogar.

Das beginnt bei der Schöpfung. Gott sah an, was er gemacht hatte, „und er sah, dass es gut war“. Kein Pfusch am Bau. Keine Kompromisse aus Kostengründen. Gut! Sehr gut!

Dann der Mensch. Adam. Aus Erde vom Acker. Vom sehr gut geschaffenen Acker. Durch den Atem des Lebens zu einem lebendigen Wesen gemacht. Einmalig und unverwechselbar. Geborgen in Gottes Liebe. Und frei. Gut! Sehr gut!

Und ich. Eine neue Schöpfung. Nicht einfach nur die Fortsetzung einer bewährten, aber inzwischen ein bisschen in die Jahre gekommenen Kollektion. Ich. Mit einmaliger Ausstattung. Gut! Sehr gut!

Und mein Leben. Mein Weg. Anders als alle Wege vor und nach mir. Tägliche Schöpfung Gottes. Aufregend und abenteuerlich. Beschwerlich zuweilen. Schweißtreibend. Tränenvoll. Aber wenn ich zurückschaue, kann ich nur staunen und sagen: „Gut! Sehr gut!“

Gott kann alles. Außer mittelmäßig. An seiner Hand wagen wir uns in die Welt. Jeden Tag neu. Manchmal ängstlich tastend, manchmal verwegen und tollkühn. Und versuchen unsere Sache gut zu machen. Sehr gut. Damit sie zu ihm passt.

Dabei scheitern wir jeden Tag hundertmal. Aber wir wissen, dass auch seine Liebe nicht mittelmäßig ist. Sein Erbarmen. Seine Kraft, neu anzufangen. Mit uns und mit alldem, was wir nicht zu Ende gebracht haben. Er ist der Schöpfer und der Erlöser. Damit wir das nicht vergessen, steht das Kreuz von Jesus mitten in dieser Welt. Mitten in unserem Leben.

Wir sind gut geschaffen und unendlich gut aufgehoben. Auf ewig geliebt. Das ist das Evangelium. Die gute Nachricht. Die sehr gute Nachricht. Die beste, die je ins Leben gegangen ist.

(Aus dem Buch von Jürgen Werth „Besonders und wertvoll“ – SCM Collection)