Starke Argumente für Stufen des Lebens

Von Wolfgang Lange

1) Das Prinzip der Teamarbeit nach dem Modell „Vielfalt der Gaben“ in 1.Kor 12,12ff

Der Wandel von Betreuungskirche zu Beteiligungskirche kann nur auf dem Wege der Gewinnung von Ehrenamtlichen geschehen. Im Reli geschieht das durch die Beteiligung von möglichst vielen Ehrenamtlichen, je nach ihrer Begabung. Viele Bereiche der Gemeindearbeit werden dabei exemplarisch berührt: einladen, Material herstellen, Räume liebevoll vorbereiten, biblische Inhalte aneignen, verkündigen, musikalische Mitarbeit, seelsorgerliche Kompetenzen einsetzen …

2) Die Bibel in der Mitte

Christliche Gemeinde lebt von der Orientierung an der Bibel. Im Zuge der Diskussion um so genannte „Kernaufgaben“ gehört die Arbeit mit der biblischen Botschaft zum Kern christlicher Gemeinde. Die differenzierten Vorbereitungen, Texte und Materialien zu den biblischen Themen eröffnen Ehrenamtlichen eine sachgemäße, theologisch verantwortliche und pädagogisch sehr gut strukturierte Arbeit mit einer Gruppe. Dabei gehen die Vorbereitungen konsequent den Weg von der Situation der Menschen heute, zu den Inhalten der Tradition. Biblische Themen und Glaubensthemen werden immer auf dem Hintergrund der Lebenserfahrungen der TN bearbeitet.

Durch die auf vier Themenabende konzipierte Struktur können biblische Texte in ihrer Tiefe, und in Zusammenhängen bearbeitet werden.

3. Der didaktische Spannungsbogen

Das Konzept des Reli wurde von einer Lehrerin entwickelt. Die didaktisch-pädagogische Handschrift ist deutlich erkennbar. D.h.: jede Reli-Einheit hat klare Zielstellungen und ist phasenspezifisch strukturiert. Es wird ein transparenter Lernweg mit den TN beschritten, der über vier große Einheiten hinweg immer intensiver wird. Damit wird Zeit für Auseinandersetzung und Aneignung angeboten. Aspekte christlicher Lebensführung werden nicht nur angerührt, sondern nachhaltig bearbeitet. Die Struktur des Reli bietet Räume für strukturierte Lernprozesse! Der Austausch der TN untereinander und mit der Kursleitung hat dialogischen Charakter.

4. Die Kraft der Bodenbilder

Mit dieser Methode wird die Kommunikation des Evangeliums ansichtig, symbolisch, ästhetisch eindrücklich, emotional berührend und durch Beteiligungsmöglichkeiten handelnd erfahrbar. Da es immer auch Materialien für die Hand der TN gibt, werden thematische Impulse nachhaltig: sie gehen mit in den Alltag der TN, bieten Erinnerung und Möglichkeiten der Weiterarbeit.

Zusammenfassend kann die gemeindepädagogische Struktur des Modells „Stufen des Lebens“ so dargestellt werden: „Religionsunterricht für Erwachsene“ wird

a)     mit der Bibel im Mittelpunkt (Sache)

b)     mit den TN im Dialog um Fragen christlichen Lebens (Ziel)

c)     mittels eines klar strukturierten Lernprozesses (Prozess)

d)     mit handlungsorientierten Methoden und Medien (Methoden)

e)     durch Ehrenamtliche, anhand differenzierter theologisch, pädagogisch und methodisch verantwortlichen Materialien durchgeführt.

Das alles sind starke Argumente für eine Multiplikation dieses Modells in der Aus-, Fort- und Weiterbildung kirchlicher Mitarbeitenden im Haupt- und Ehrenamt!

Wolfgang Lange, Ltd. Mitarbeiter TPI Moritzburg